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Sommer – Sonne – Antifa

Jugendcamp im AZ-Mülheim vom 06. bis 10. August

Zum achten Mal findet am kommenden Wochenende vom 06. bis zum 10. August das antifaschistische Jugendcamp im Ruhrgebiet statt. Ziel ist es, interessierten Jugendlichen aus der Region die Grundlagen antifaschistischer Theorie und Praxis zu vermitteln. Unterstützt wird das Camp durch den AStA der Ruhr-Universität Bochum. Veranstaltungsort ist in diesem Jahr das Autonome Zentrum Mülheim.

Das Programm – von Kapitalismuskritik bis zur Tierrechtsbewegung

Inhaltlich orientiert sich das diesjährige Programm des Camp zum einen an aktuellen Diskussionen, zum anderen an klassisch linken Themen. Zu den Veranstaltungen gehören beispielsweise „Der Iran und die Atombombe“, eine Informationsveranstaltung der Stop-the-Bomb-Kampagne, sowie ein Vortrag zur Kritik des Islamismus, die bewusst in die gesellschaftlichen Debatten kritisch eingreifen. Damit auch die Praxis nicht zu kurz kommt, gibt es außerdem Workshops zur Pressearbeit, Verschlüsselung, Internetsicherheit und Rechtshilfe. „Abgerundet wird das Programm durch einen historischen Teil, der die Geschichte der Antifa, den deutschen Linksradikalismus der 20er Jahre und die Welt der K-Gruppen umfasst“, so Victor Lazlo aus der Programm-Gruppe des Camp.

Für Einsteiger und Fortgeschrittene – ein vielfältiges Angebot

„Wir haben bei der Zusammenstellung der Veranstaltungen darauf geachtet, dass sowohl Neueinsteiger, die noch nicht mit den linken Diskussionen und Theorien vertraut sind, als auch erfahrenere Besucher auf ihre Kosten kommen“, sagt Lili Alvarez aus der Camp-Organisationsgruppe. So gehören zu den ersten Programmpunkten des viertägigen Camps eine Einführung in die Kapitalismuskritik und in die Staatskritik, die bewusst für ein junges Publikum konzipiert sind. Auf einem höheren theoretischen Niveau bewegen sich dagegen die Vorträge zur Religionskritik, Kritik des Antiamerikanismus und zur Kritischen Theorie des Antisemitismus, die von Referenten der renommierten Gruppe „Rote Ruhr-Uni“ aus Bochum gehalten werden. „Wir würden uns natürlich auch darüber freuen, wenn möglichst viele Studierende aus der Umgebung vorbei kommen. Einige der Vorträge sind inhaltlich sehr anspruchsvoll und behandeln wichtige Themen, die an Universitäten nicht gelehrt werden,“ meint Andreas Grüne von der Camp-Orga.

„Ich möchte lieber tanzen gehen...“ - Kultur ist inklusive

Begleitet werden die inhaltlichen Veranstaltungen von einem kulturellen Rahmenprogramm: Donnerstag findet ein entspannter Filmabend statt, während Freitag fünf Hardcore- und Punkbands auftreten und am Samstag zum Abschluss auf einer Party drei bekannte DJs auflegen. Finanziell ist das volle Programm für nur 20€ auch für Jugendliche erschwinglich, vegane Verpflegung inbegriffen. Schlafplätze im Gebäude sowie ausreichend sanitäre Anlagen stehen natürlich zur Verfügung.

Diskussionen stehen im Zentrum – Austausch statt „Frontalunterricht“

Den krönenden Abschluss bildet wie in jedem Jahr die Podiumsdiskussion am Samstag Abend: Vier Vertreter aus unterschiedlichen linken Strömungen diskutieren unter der Moderation eines Redakteurs der Szene-Zeitschrift „Phase 2“ über den Stand und die aktuellen Aufgaben einer zeitgemäßen Kritik und Praxis der Linken. Annika Peterson aus der Organisationsgruppe fasst die Ziele des Camps wie folgt zusammen: „Generell ist es uns im Rahmen des Camps sehr wichtig, das die Leute nicht unhinterfragt schlucken, was die Referenten erzählen. Es geht uns vielmehr darum, den Jugendlichen Kompetenzen für die linke politische Theorie und Praxis zu vermitteln, das erreicht man nur, wenn es gelingt, dass die Teilnehmer untereinander diskutieren und sich austauschen. Wir hoffen, dass der Besuch des Camps den Leuten in ihrer konkreten politischen Arbeit weiterhilft und dieser bereichern kann.“

Weitere Informationen zum Programm und zu den einzelnen Veranstaltungen gibt es hier, offene Fragen können an antifacamp[at]safe-mail.net gestellt werden.

bearbeitet am: 4. August 2008