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Ressort » Hochschulpolitik

Sinkende Studierendenzahlen statt Verbesserung der Lehre

Zum Sommersemester brechen die Studierendenzahlen NRW-weit ein. Köln meldet -15%, Bonn und Dortmund -20% und die Rückmeldefristen laufen an vielen Unis noch. Aus Bochum gibt es noch keine endgültigen Zahlen aber auch hier gibt es deutliche Anzeichen, dass nach dem Einbruch den es durch die Einführung der Studienkonten gab (4000 Studierende weniger), die Zahl der Eingeschriebenen deutlich unter die 30 000er Marke sinken wird.

“Super”, könnte man meinen, “dann wird das ja doch was mit der Verbesserung der Lehre. Kleinere Seminare und nur halb so volle Vorlesungen”. Doch die Entwicklung macht deutlich: Studiengebühren wirken abschreckend und viele KommilitonInnen mussten ihr Studium aus finanziellen Gründen ohne Abschluss abbrechen. Darüber hinaus gab es große Probleme bei der Einführung, da die Ruhr-Uni ihre Studierenden nur unzureichend beraten hat. Viele mussten stundenlang in der Univerwaltung anstehen und sind am Ende unverrichteter Dinge abgezogen. Zwischenzeitlich hatte die Uni sogar von allen, die eine Befreiung wegen finanzieller Notlage beantragt hatten, verlangt die Gebühren erst zu bezahlen bis ihre Anträge bearbeitet worden sind. Dies wurde durch eine Intervention des AStA zum Glück noch geändert.

Die Landesregierung und die Universitätsleitungen kommen jetzt in Erklärungsnot. Seit Jahren steigen die Zahlen der AbiturientInnen und schon lange liegt die Quote derer, die ein Studium beginnen in Deutschland unter dem Schnitt der übrigen EU-Länder. Auch was mit den Gebühren geschieht widerspricht den Versprechungen der GebührenbefürworterInnen. Eine Verbesserung der Lehre gibt es in Bochum zum Sommersemester nicht. An vielen Fakultäten wird das Geld benutzt um die Kürzungen durch das Land auszugleichen und reicht gerade einmal aus, um die Stellensprerre, die vor über einem Jahr an der RUB eingeführt wurde auszugleichen und damit den Status Quo von vor zwei Jahren wiederherzustellen. Damit ist genau das eingetreten, was die GebührengegnerInnen seit Langem prognistiziert haben: Die Verbesserung der Lehre tritt in erster Linie dadurch ein, dass sich viele junge Menschen ein Studium nicht mehr leisten können und dadurch die Studierendenzahl sinkt. Wir sagen: Das ist ein unhaltbarer Zustand. Studiengebühren sind unsozial und der Beweis ist erbracht. Und noch ist es nicht zu spät, sich dagegen zu engagieren!

bearbeitet am: 24. April 2007