Konzert von faschistischem Rockmusiker im RuhrCongress geplatzt
Sind Ausweichveranstaltungen zu befürchten?
„Wir sind froh, dass das Konzert rechtzeitig verhindert werden konnte. Es darf keine Bühne für faschistische Agitatoren geben, weder in Bochum noch anderswo!“, so ein AStA-Sprecher. „Nun gilt es, die Augen offen zu halten und die Öffentlichkeit zu informieren, damit die Veranstalter nicht einfach an einen anderen Ort ausweichen.“
Glorifizierung der Ustascha
Die Glorifizierung der Ustascha, die während des zweiten Weltkriegs ein Terrorregime im besetzten Jugoslawien errichtete, u. a. Rassegesetze nach dem Vorbild Nazi-Deutschlands erließ und Serben, Juden sowie andere Minderheiten verfolgte und ermordete, zieht sich wie ein roter Faden durch das Werk von Thompson. Neben Lobhymnen auf die Führer des Ustascha und deren militärischen Arm, der „schwarzen Legion“ („Crna Legija“), die sich auf seinen CDs und Konzertvideos finden, gehört nach Berichten in der kroatischen Presse auch das Ustascha-Lied „Jasenovac i Gradiska Stara“ in dem die Opfer der kroatischen Konzentrationslager verhöhnt werden zu seinem Konzertrepertoire. Allein im KZ Jasenovac wurden etwa 100.000 Menschen, vor allem Serben und Juden, ermordet. Thompsons Identifikation mit den Faschisten stößt bei seinen Fans dabei auf Zustimmung, T-Shirts und Mützen mit Symbolen der Ustascha sind auf den Konzerten keine Seltenheit.
Antisemitismus und Nationalismus
Antisemitische Motive, die eine Bedrohung durch „Antichristen und Freimauerer“ sowie „Kommunisten aller Art“ beschwören, die das kroatische Volk vernichten wollten, transportiert Thompson in dem Stück „E moj, naroda“ („O du mein Volk“), das auf mehreren seiner Alben enthalten ist und zum Standardprogramm der Konzerte gehört. In „Geni kameni“ („Gene aus Stein“), beklagt er das schlechte Jahr 1945, in dem „wir“ über die Welt verstreut worden seien.
Kriegspropaganda
Den ersten kommerziellen Erfolg konnte Perkovic, dessen Künstlername „Thompson“ sich der Legende nach von der Bezeichnung der Maschinenpistole ableitet, mit der er im Jugoslawienkrieg gekämpft hat, zu Beginn der 1990er Jahre mit „Bojna Cavoglave “. Der Musiker, im zugehörigen Musikvideo stets mit der Waffe im Anschlag zu sehen, fordert dazu auf die als „Freischärler“ und „Tschetniks“ bezeichneten Serben mit Bomben zu bewerfen und droht, dass die „Krieger aus Cavoglave “, Perkovics Heimatstadt, über sie herrschen werden. Der in dem aus dem gleichen Zeitraum in dem Stück „Anica Kninska Kraljica“ („Anica, Königin aus Knin“) enthaltene Aufruf, serbische Quartiere anzuzünden wird von Kritikern als Aufruf zur Gewalt gegen Zivilisten gedeutet.
Erfolgreiche Proteste
Als Reaktion auf die aggressiven Töne des neofaschistischen Rockstars kommt es gerade außerhalb Kroatiens, immer wieder zu Protesten. So wurden auf Druck zivilgesellschaftlicher Akteure der Institutionen wie dem Simon-Wiesenthal-Zentrum Konzerte in Kanada, Österreich, einigen kroatischen Städten und zuletzt in Hamburg verhindert.

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