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Grüne Vision: Ökologische Ruhr-Uni


AStA-Vorsitz Karsten Finke im Gespräch

Bochum. Karsten Finke schreibt Geschichte. Der 27-jährige Sozialpsychologie- und Pädagogik-Student ist der erste grüne AStA-Vorsitzende der Ruhr-Universität. Gegenwind bläst ihm trotzdem kaum entgegen: Obwohl seine Koalition aus vier Listen besteht, ist man sich einig wie selten. Und hat sich viel vorgenommen.

Was werden die Schwerpunkte ihrer Amtszeit sein?

Finke: Ein großes Thema sind natürlich weiterhin die Studiengebühren. Unser Ziel ist die kostenlose Bildung und dafür wollen wir auf der nächsten Senatssitzung am 30. April wieder kämpfen. Wir werden dort vorrechnen, dass faktisch eine Halbierung der Studiengebühren möglich ist, weil sie teilweise falsch oder gar nicht verwendet werden oder ihre geplante Verwendung gar nicht zulässig ist. Wir sind außerdem dem bundesweiten Netzwerk "Bildungsstreik" angeschlossen, bei dem auch Schüler mit ins Boot geholt werden. Da wird es viele Aktionen und sicher wieder eine große Demo in Düsseldorf geben.

Ein weiteres großes Thema...

Finke: wird die Campussanierung sein. Wir wollen mit der Uni und den Bau- und Liegenschaftsbetrieben darüber verhandeln, dass so viele ökologische Standards wie möglich umgesetzt werden. Das neue ID-Gebäude wird ja gerade mit Geothermie ausgestattet. Denkbar ist außerdem, dass auf allen Süd-Dächern Solarzellen angebracht werden. Unsere Vision: Dass die Uni nach der Sanierung so viel Energie erzeugt wie sie verbraucht.

Steht der Umbau des Studierendenhauses noch auf der Agenda?

Finke: Einen konkreten Termin gibt es dafür derezit nicht - obwohl es schon vor zwei Jahren "bald losgehen" sollte. Unsere Forderung ist dabei, dass der Raum für den AStA nicht noch verkleinert wird. Schon jetzt gibt es Elf-Quadratmeter-Büros, die sich acht Leute teilen.

Hat man immer noch mit dem finanziellen Desaster zu kämpfen, das der AStA aus Jusos und RCDS mit der Mensa-Party angerichtet hat?

Finke: Das wird uns noch über Jahre beschäftigen. Wir haben letztes Jahr zwar so gut gewirtschaftet, dass wir wieder Rücklagen aufbauen konnten. Der Fall Mensa-Party beschäftigt jedoch weiter die Staatsanwaltschaft und wir überlegen derzeit, ob wir Zivilklage einreichen. Eventuell müssen wir das sogar - immerhin sind auch Gelder im fünfstelligen Bereich veruntreut worden bzw. einfach verschwunden. Eine Anzeige könnte schwerwiegende Folgen für den damaligen AStA-Vorsitzenden und seinen Finanzreferenten haben.

Ruhr Nachrichten, 11. April 2009