Für die Uni nur das Beste
WAZ-MOBIL IM EINSATZ AN DER RUHR-UNI Sanft segelndes Laub, verschmitzt blitzende Sonnenstrahlen, die sich in den Fenstern der Gebäude spiegeln. Ein wahrlich schöner Herbsttag an der Ruhr-Uni. Zum Tenor der lebhaften Diskussion am WAZ-Redaktionsmobil passte diese eindrucksvolle Szene durchaus. Denn irgendwie sind sie sich ja doch alle einig: Sie mögen ihre Uni, und sie wollen nur das Beste für ihre Uni. Bloß wie das aussehen soll, darüber gibt es geteilte Meinungen. Vor allem zu den "Studiengebühren" und zur "Elite-Uni", den beiden Hauptthemen der Diskussionsrunde vor dem Querforum. Einhundert Besucher, die meisten von ihnen Studenten, machten Halt, hörten zu, was Rektor Professor Dr. Elmar Weiler zu sagen hatte, - und widersprachen ihm.
"Die Stimme der Studierenden wird beim Einsatz der Gelder aus den Studiengebühren unterdrückt", sagt Annika Klüh, Bildungsreferentin des AStA, nachdem Weiler erläutert hatte, "dass ein Gebührenbeitrag notwendig ist, um die Qualität des Studiums verbessern zu können". Nach den Worten des Uni-Chefs fließen aktuell 61 Prozent der Studiengebühren in die Finanzierung von Stellen, rund 850 Einzelmaßnahmen liefen. Rumoren, ruppige Reaktionen. Studenten sehen das so: "In der Praxis habe ich von dem Einsatz des Geldes noch nichts gespürt", sagt Annika Klüh. Martin Degeling, Sprecher des Studierendenparlaments, sagt: "Studiengebühren schrecken vom Studium ab." Er erntet Applaus.
Trotz aller Kritik, lässt die Diskussion auch die Interpretation zu, dass die Studenten die Zugänglichkeit und Gesprächsbereitschaft des Rektors als angenehm empfanden. Beide Seiten kennen sich ja auch gut, aus Runden, in denen es richtig rund ging. Stichwort: Elite-Uni. "Dieses Wort werde ich nicht in den Mund nehmen", sagt Weiler. Der Begriff "Exzellenz-Initiative" sei schon besser. Und auch wenn Bochum nun nicht den Zuschlag bekommen habe, so sei die Bewerbung doch ein erheblicher Imagegewinn gewesen: "In der nächsten Runde werden wir wieder antreten", kündigte Weiler an.
Als Durch-und-durch-Kenner der Bochumer Hochschulszene sagte WAZ-Redakteur Jürgen Boebers-Süßmann: "Man kann es nur begrüßen, dass die Stadt und die Uni bei der Bewerbung so stark an einem Strang gezogen haben." Beide seien sich sehr nah gekommen, "endlich, denn die Uni ist hier in Querenburg einst wie ein fremdes Raumschiff gelandet". "Auch wir haben nichts gegen die Exzellenz-Initiative", sagt Studentin Annika Klüh. Vor allem, weil die Uni dann mehr Geld bekomme, "aber ich glaube trotzdem nicht, dass sich dann an den Studienbedingungen etwas ändern würde". Ihre Meinung: "Die Bochumer Uni soll eine gute Uni sein, aber nicht exzellent auf Kosten anderer."

Startseite



