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Freie Uni geräumt - Rektorat setzt auf Polizeigewalt statt auf Verhandlungen

In den frühen Morgenstunden ist das Querforum West, das im Mai im Zuge der Proteste gegen die Einführung allgemeiner Studiengebühren an der Ruhr-Universität von Studierenden besetzt worden war, von der Polizei geräumt worden. Der AStA der Ruhr-Universität verurteilt dieses vom Rektorat veranlasste Vorgehen scharf.

„Es ist bezeichnend, dass die Leitung einer Universität mit knapp dreißigtausend Studierenden offensichtlich nicht in der Lage ist, die Situation friedlich durch Verhandlungen zu lösen“ kritisiert die AStA-Vorsitzende Stefanie Konetzka. „Dass das Rektorat sich nicht anders zu helfen weiß, als die Polizei auf den Campus zu holen, wirft Fragen über die Kompetenzen Rektor Weilers als Verantwortlichen für mehrere Tausend Studierende auf“ so Konetzka weiter.

Studierende verhandeln konstruktiv - Rektor lässt räumen

In den vergangenen Wochen und Monaten hatte der AStA die Verhandlungen zwischen Freier Uni und Rektorat vermittelnd begleitet. Dabei zeigte die Hochschulleitung in Bezug auf das Querforum West wenig Bereitschaft, eine dauerhafte Lösung zu finden und die Proteste als Teil einer demokratischen Hochschule zu akzeptieren. Obwohl sich nicht nur der AStA, sondern auch Fachschaften und viele studentische Initiativen konstruktiv in die Zukunftsplanungen für das Querforum West eingebracht haben, hat das Rektorat jetzt die studentische Nutzung des Gebäudes vorerst mit Gewalt beendet.

„Wer die Studierenden ab dem kommenden Semester mit 500 Euro pro Semester zur Kasse bittet, der muss auch mit Kritik leben können und die wird von der freien Uni mehr als deutlich artikuliert“ so AStA-Referent Dominik Ruppenthal. „Auch die Räumung der Freien Uni durch die Polizei wird die Proteste gegen die unsoziale Bildungspolitik des Landes und der Hochschulleitung nicht verstummen lassen“ bekräftigt er.

Für eine selbstverwaltete Nutzung!

Der AStA fordert weiterhin, dass das Querforum West dauerhaft studentisch selbstverwaltet genutzt werden kann. „Unser Angebot, gemeinsam mit den Fachschaften und Initiativen sowie im Gespräch mit dem Rektorat ein tragfähiges studentisches Konzept für das Querforum zu entwickeln, bleibt bestehen“, so die AStA-Vorsitzende Stefanie Konetzka. Deswegen unterstützt der AStA der Ruhr-Uni die Demonstration für studentische Freiräume und gegen die gewaltsame Räumung der Freien Uni. Die Demonstration ist für heute abend 18:30 am Bochumer Hauptbahnhof angekündigt.

bearbeitet am: 31. Januar 2007