Bochums Uni-AStA fand neues Loch in der Kasse
... Ein Schaden von 100 000 Euro kann durch Hilfe des Rektorats noch verhindert werden. "Das ist der Super-GAU, schlimmer als jede Mensa-Party", sagt Sven Ellmers. "Ohne Hilfe der Verwaltung wären wir zahlungsunfähig." Der neue AStA-Vorsitzende der "Linken Liste", Nachfolger des zurückgetretenen Fabian Ferber, war zwei Tage im Amt, als ihn die Hiobsbotschaft erreichte. Die Erhöhung des "Semester-Tickets" des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) um 3,26 Euro wurde nicht an die Studierenden weitergegeben. Das Ticket garantiert freie Fahrt in Bussen und Bahnen des Verbandes. Statt des korrekten Preises von 87,12 E wurden nur 83,86 E von den Studierenden eingezogen. Die fehlende 100 000 Euro belasten derzeit die AStA-Kasse.
Der damals zuständige AStA-Referent Sascha Bednarz von der CDU-nahen Liste RCDS gab laut Ellmers in der vergangenen Sitzung des Studierendenparlaments an, das VRR-Schreiben aus dem Mai nicht zu kennen. Selbiges wurde der WR vorgelegt und fand sich laut Ellmers in den AStA-Unterlagen. Bednarz selbst war gestern für Nachfragen nicht erreichbar.
Uni-Sprecher Josef König bestätigte die Bereitschaft des Rektorats, den fehlenden Betrag nachträglich einzuziehen. "Dazu muss das Studierendenparlament den Sozialbetrag aber neu festlegen." König betonte: "Eine rückwirkende Erhöhung ist rechtlich sauber." Man hätte aber Glück, dass bisher erst 800 Studierende den Beitrag gezahlt hätten. "Das hält den Verwaltungsaufwand in Grenzen."
Seit der Mensa-Party mit einem bisherigen Verlust von gut 234 000 Euro, der sich durch ausstehende Rechnungen noch steigern könne, "kommt eine Fehlplanung des Ferber-AStAs nach der anderen ans Licht", so Ellmers. Wer sich "Mega-Projekte" wie die Mensa-Party ans Bein binde, dürfte sich nicht wundern, wenn er die Alltagsarbeit nicht auf die Reihe bekomme. "Das war pure Schlamperei."

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