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Audimax polizeilich geräumt

Am Dienstagmorgen gegen 4:45 Uhr ließ das Rektorat das Audimax polizeilich räumen. Seit der Vollversammlung am Donnerstag besetzten Studierende der Ruhr-Uni den größten Veranstaltungsraum auf dem Campus, um ihren bei der Vollversammlung beschlossenen Forderungen nach freier und selbstbestimmter Bildung Nachdruck zu verleihen.

Nachdem die Universitätsleitung in den vergangenen Tagen keine Aufforderung an die Studierenden formulierte, das Audimax zu verlassen, überschlugen sich am Morgen die Tatsachen. Prorektor Ulf Eysel, der den abwesenden Rektor Elmar Weiler vertritt, forderte die überwiegend schlafenden Studierenden auf, das Gebäude umgehend zu verlassen. Nur rund fünf Minuten später rückte bereits die Polizei mit einer Hundertschaft an.

„Wir sind enttäuscht, dass das Rektorat so unverhältnismäßig reagiert hat und demokratischen Protest im Keim erstickt“, meint AStA-Vorsitzender Karsten Finke. „Das Verhalten von Herrn Eysel zeugte von geringer Souveränität und mangelndem demokratischen Bewusstsein. Wir legen ihm den Rücktritt nahe, da er mit dieser verantwortlichen Aufgabe offenbar überfordert ist.“ Die Studierenden lassen sich einstweilen nicht von der Räumung einschüchtern. Um 16 Uhr ist ein Treffen vor dem Audimax geplant, um die weiteren Proteste zu koordinieren. Am morgigen Mittwoch folgt in Duisburg (Treffpunkt am Duisburger Campus) die NRW-weite Bildungsstreikdemo, die sich auch mit dem Thema Polizeirepression beschäftigen soll. Im Sommer kam es bei den friedlichen Demonstrationen immer wieder zu Situationen, in denen auch Kinder und Jugendliche von der Polizei unter menschenunwürdigen Bedingungen eingekesselt wurden.

bearbeitet am: 24. November 2009