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Ab heute: Geschlecht und Gesellschaft

2. bis 10. Dezember 2009 in Bochum

Wie zahlreiche wissenschaftliche und/oder gesellschaftspolitische Diskussionen, die Etablierung einer Fülle von Fachzeitschriften sowie seit Kurzem auch die Schaffung einer Menge entsprechender neuer Studiengänge belegen, kommen die Gender Studies im Laufe Ihrer 25-jährigen Geschichte langsam aber sicher in der Mitte der Gesellschaft an – unserer Meinung nach Grund genug zu fragen, welche Bedeutung die Forschung eigentlich gegenwärtig hat. Dabei darf nicht nur die Bedeutung der Gender Studies für ihren Untersuchungsgegenstand betrachtet werden, sondern auch die Rückkopplung ihrer Ergebnisse in der Gesellschaft.

Weitere Infos und Termine: asta-bochum.de/gug


Die Erreichbarkeit der Ziele und Vorhaben muss stets ein zu reflektierendes Moment bleiben, um so neue Entwicklungen zu ermöglichen. Die Umsetzbarkeit und die Folgen der Ergebnisse für die Praxis darf ebenso wenig außer Acht gelassen werden. Paradigmatisch sind hierbei die Probleme, die aus einer einseitigen und verkürzten Auffassung von Gleichstellungsarbeit entstehen können. Zu leicht besteht die Gefahr, dass eigentlich kritische Ziel einer grundsätzlichen Hinterfragung geschlechtlicher Konstruktions- und Konstitutionsmodi aus den Augen zu verlieren und so die Wirkungsweise dichotomer, hegemonialer Strukturen zu verstärken und in letzter Instanz den heteronormative Aufbau der Gesellschaft zu untermauern, statt die Unterschiedlichkeit von Menschen zu fördern.

Daneben muss der Entwicklung Rechnung getragen werden, dass sich die Themenfelder im Laufe der Zeit erweitert und verschoben haben; von einer bloßen Beschäftigung mit dem Geschlecht kann nicht mehr die Rede sein, sondern es werden in den aktuellen Diskursen der Gender Studies die verschiedensten Formen der Differenz beleuchtet. In seiner Entwicklung bildet Gender Studies jedoch kein homogenes Feld, sondern Dissonanzen und Divergenzen treten zu Tage; als Beispiel dafür kann die diskursive Auseinanderentwicklung von Gender Studies und Diversity Studies angeführt werden.

Da wir in dieser Auseinander- und Weiterentwicklung keine kommunikative Sackgasse sehen, sondern diesen Disput produktiv nutzen wollen, wollen wir die Möglichkeit für einen produktiven Austausch geben. Deshalb ist das Ziel dieser Veranstaltungsreihe die unterschiedlichen Disziplinen der Gender Studies zu präsentieren und kommunikative Brücken zwischen den vielfältigen Themenfeldern wie beispielsweise Intersektionalität und Queer Theory zu ermöglichen.

bearbeitet am: 2. Dezember 2009